Stellungnahme der Grünliberalen zur gesundheits- und sozialpolitischen Strategie «Generation 60+»

Stellungnahme der Grünliberalen zur gesundheits- und sozialpolitischen Strategie «Generation 60+»

Ich bin eine Kurzbeschreibung mit vielen Details.

Sehr geehrter Herr Staatsrat,
Sehr geehrte Damen und Herren, 

 

Vielen Dank für die Möglichkeit, uns zum vorläufigen Bericht «Generation 60+: Gesundheits- und sozialpolitische Strategie» des Kantons Wallis zu äussern. Im Folgenden präsentieren wir unsere Gedanken und Einschätzungen zur Strategie, die der Bericht vom Februar 2025 vorstellt.

 

Allgemeines
Die Grünliberalen Wallis befürworten die Absicht des Staatsrats, mit der gesundheits- und sozialpolitischen Strategie «Generation 60+» eine Grundlage für die Alterspolitik zu schaffen. Die demografische Alterung, resultierend aus niedrigen Geburtenraten und steigender Lebenserwartung, stellt die Finanzierung des Vorsorge-und Gesundheitssystems vor erhebliche Herausforderungen. Die Nachfrage nach Pflege, Betreuung und altersgerechten Wohnformen steigt. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen. Eine langfristige Strategie für die Generation 60+, die den Bedarf deckt, ist erforderlich.

 

Wir unterstützen namentlich das ganzheitliche Verständnis der Strategie, welche gesundheits- und sozialpolitische Aspekte integriert. Eine effiziente Gesundheitsförderung im Alter erfordert sektorübergreifende, interprofessionelle Zusammenarbeit und eine verbesserte Vernetzung medizinischer und sozialer Angebote. Die fragmentierten Verantwortlichkeiten zwischen Kanton und Gemeinden sind zukoordinieren. Die unterschiedlichen Finanzierungslogiken im Sozial- und Gesundheitsbereich müssen besser abgestimmt werden.

 

Zusätzliche Perspektiven im Sinne der Grünliberalen

Die Grünliberalen Wallis unterstützen eine Politik, die den demografischen Wandel aktiv gestaltet. Wir fordern ein gesundes, selbstbestimmtes und solidarisches Leben im Alter.

 

  • Nachhaltige Finanzierung sichern: Die Zahl der älteren Menschen wächst, während die erwerbstätige Bevölkerung schrumpft. Dies gefährdet die Stabilität der Altersvorsorge und erhöht den Druck auf die Pflege- und Gesundheitsdienste. Eine zukunftsgerichtete Alterspolitik muss deshalb die nachhaltige Finanzierung der Altersvorsorge und des Gesundheitssystems sicherstellen. Es braucht Finanzierungsmodelle, welche die unterschiedlichen Finanzierungslogiken des Sozial-und Gesundheitsbereichs besser berücksichtigten und koordinieren. Die vom Volk angenommene KVG-Änderung zur einheitlichen Finanzierung von Leistungen etabliert ab 2032 ein Modell, das eine stabile und zuverlässige Finanzierung der Pflege in Pflegeheimen und zu Hause ermöglicht. Dieses Modell fördert zudem die interprofessionelle und interinstitutionelle Zusammenarbeit. 

 

  • Förderung von Gesundheit, Prävention und Lebensqualität: Prävention und Gesundheitsförderung erhöhen die Lebensqualität älterer Menschen. Sie senken langfristig die Kosten im Gesundheitswesen. Ein Ansatz, der ambulante und stationäre Angebote sinnvoll verbindet (ambulant vor stationär), unterstützt die Selbstständigkeit älterer Menschen und entlastet das Gesundheitssystem. Die Individualisierung der Gesellschaft, steigende Scheidungsraten und geografische Distanz zur Familie führen dazu, dass sich mehr ältere Menschen einsam fühlen. Wir brauchen innovative Wohnformen, die nicht nur sozialmedizinische Bedürfnisse berücksichtigen, sondern auch intergeneratives oder gemeinschaftliches Wohnen ermöglichen.

 

  • Selbstbestimmung und Teilhabe fördern: Die Alterspolitik muss die Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen stärken. Dazu gehört, dass sie Zugang zu hochwertigen Leistungen haben und bei wichtigen Entscheidungen mitwirken können. Die Anerkennung des Beitrags der älteren Generation, auch über das Erwerbsleben hinaus, ist für den sozialen Zusammenhalt zentral. Eine solche Politik berücksichtigt die Bedürfnisse und Wünsche älterer Menschen und stärkt die Solidarität zwischen den Generationen.

 

  • Integrative Versorgung und Koordination: Eine integrative Strategie erfordert die Koordination zwischen Gesundheits- und Sozialwesen sowie interprofessionelle und interinstitutionelle Zusammenarbeit. Auch der Kanton, die Gemeinden und zivilgesellschaftliche Organisationen müssen sich besser koordinieren. Häufig verhindern unterschiedliche Rechtsgrundlagen eine effiziente Koordination. Damit die Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Sozialbereich effizient und bedarfsgerecht funktioniert, müssen Hürden zwischen den Institutionen und bürokratische Hindernisse verringert werden. Es braucht Anreize und Klärung der finanziellen Verantwortlichkeiten. Eine zentrale Planung durch den Kanton und eine regionale Abstimmung der Angebote helfen dabei.

 

Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge

Wir schlagen vor, den Berichtsentwurf in den folgenden Bereichen weiterzuentwickeln:

 

  • Finanzierung: Der Bericht erwähnt, dass die zukünftige Finanzierung der Sozial- und Gesundheitspolitik eine grosse Herausforderung ist. Es müssen zusätzliche und neue Leistungen bezahlt werden. Eine Kostenschätzung dazu fehlt. Um die finanziellen Folgen der Strategie zu bewerten und mögliche Sparmassnahmen zu definieren, sollte der Bericht eine grobe Kostenschätzung enthalten.

 

  • Zielsetzung und Massnahmen schärfen: Für eine Strategie ist der Bericht sehr umfassend. Er gleicht teilweise einer Auslegeordnung. Bei der Weiterbearbeitung des Berichts empfehlen wir: die Zielsetzungen in den drei Schwerpunkten zu schärfen und sich stärker auf konkrete, umsetzbare und notwendige Massnahmen zu konzentrieren.

 

  • Ungenutztes Potenzial älterer Menschen: Ältere Menschen sind eine wichtige Ressource für Gesellschaft und Wirtschaft, deren Potenzial stärker genutzt werden sollte. Sie besser ins gesamte Versorgungssystem einzubinden, bietet Chancen und spart Kosten. Dieser Punkt wird in der aktuellen Strategie nicht ausreichend berücksichtigt.

 

  • Innovationen und Digitalisierung nutzen: Neue Technologien und Digitalisierung können die Versorgung verbessern, die Selbstständigkeit fördern und die Abläufe effizienter machen. Ältere Menschen sind heute besser gebildet und kommen deshalb mit neuen Technologien besser zurecht. Technik und Digitalisierung können bei diesen Menschen bestimmte Einschränkungen ausgleichen. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die schwächsten Personen durch die Digitalisierung nicht ausgeschlossen werden. Eine zukunftsgerichtete Alterspolitik sollte diesen Aspekt verstärkt berücksichtigen. 

 

Wir danken Ihnen für die Gelegenheit zur Stellungnahme. Wir hoffen, dass unsere Vorschläge zur Verbesserung und Ergänzung bei der Überarbeitung des Berichts berücksichtigt werden. Bei Fragen stehenwir Ihnen gerne zur Verfügung.