Die Haltung der GLP
Die GLP steht für eine Klimapolitik, die ökologisch notwendig, wirtschaftlich vernünftig und finanzpolitisch verantwortungsvoll ist. Klimaschutz reduziert das Ausmass der Erwärmung. Anpassungen reduzieren die Schäden. Beides ist nötig um die kommenden Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.
Prävention kostet. Aber Nichtstun kostet um so mehr. Die Rhonekorrektion zeigt es exemplarisch. Milliardeninvestitionen sind teuer, aber sie verhindern Schäden in noch höherer Grössenordnung. Dasselbe Prinzip gilt für Schutzbauten, Wasserbewirtschaftung, Hitzeschutz, Gebäudesanierungen, Naturgefahrenmonitoring und klimaangepasste Raumplanung.
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Für das Wallis bedeutet höheres CO₂ nicht einfach wärmeres Wetter. Es bedeutet einen strukturellen Umbau. Ein Umbau der die GLP Wallis in aktiver Wasserverteilung, besseren Siedlungsschutz, hitzetaugliche Gebäude, angepasste Landwirtschaft und Tourismus und eine stärkere Überwachung potenzieller Naturgefahren sieht.
Die politische Schlussfolgerungen sind klar. Je höher der CO₂-Anteil steigt, desto teurer werden die Anpassungen oder die finanziellen Folgekosten. Wer heute keine Vorsorge trifft, verschiebt die Kosten in die Zukunft. Die Natur wartet nicht auf politische Mehrheiten und sie verhandelt auch nicht mit Budgets.
Das Wallis ist besonders betroffen
Das Wallis ist ein Alpenkanton. Gletscher, Permafrost, steile Hänge, enge Täler, die Rhoneebene, Bewässerungslandwirtschaft, Wasserkraft und Wintertourismus sind direkt vom Klima abhängig. Die Schweiz erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Für das Wallis bedeutet es, dass Trocken- und Hitzeperioden, Hochwasser, Überschwemmungen, Murgänge, Rutschungen, Bergstürze und neue Gesundheitsrisiken häufiger oder intensiver werden.
Mehr Naturgefahren, höhere Schäden
Der Klimawandel macht nicht jeden Hang automatisch gefährlicher. Aber im Hochgebirge entstehen neue Risiken. Gletscherrückzug und auftauender Permafrost können Fels- und Bergstürze begünstigen. Starkniederschläge erhöhen die Gefahr von Oberflächenabfluss, Hochwasser, Murgängen, Rutschungen und Erosion.
Für das Wallis heisst konkret, dass es mehr Monitoring, aktualisierte Gefahrenkarten, bessere Alarm- und Einsatzpläne, Schutzbauten, gesicherte Verkehrsachsen und teilweise auch schwierige Diskussionen über Nutzungsverbote oder Umsiedlungen braucht. Diese Aufgaben kosten Geld, aber sie verhindern grössere Schäden.
Landwirtschaft, Weinbau, Tourismus und Wasserkraft unter Druck
Die Landwirtschaft und der Weinbau können kurzfristig von längeren Vegetationsperioden profitieren. Neue Sorten, frühere Reife und höhere Lagen können Chancen bieten. Doch die Risiken überwiegen langfristig deutlich. Denn Trockenstress, Hagel, Starkregen, Spätfrost nach frühem Austrieb, neue Schädlinge und steigender Bewässerungsbedarf werden reale Probleme werden.
Auch der Wintertourismus steht unter Druck. Schneearme Winter treffen tiefer und mittelhoch gelegene Skigebiete zuerst. Beschneiung wird teurer und braucht Wasser sowie Energie. Hoch gelegene Destinationen bleiben länger konkurrenzfähig, tragen aber ebenfalls höhere Kosten und Naturgefahrenrisiken.
Die Wasserkraft bleibt eine Stärke des Wallis. Doch auch sie muss sich anpassen. Weniger Schnee- und Eisspeicher verschieben die Wasserverfügbarkeit. Im Winter kann mehr Wasser verfügbar sein, im Sommer steigt die Abhängigkeit von aktuellem Niederschlag.
Wasser wird zur zentralen Zukunftsfrage
Mit steigenden Temperaturen fällt mehr Niederschlag als Regen anstatt in Form von Schnee. Schnee und Gletscher, die bisher als natürliche Wasserspeicher dienten, verlieren an Bedeutung. Wenn Gletscher schwinden und Schneemengen abnehmen, verschiebt sich der Wasserabfluss stärker vom Sommer in den Winter. Im Sommer und Herbst drohen längere Trockenphasen, tiefere Abflüsse und grössere Nutzungskonflikte.
Das betrifft Trinkwasser, Landwirtschaft, Weinbau, Wasserkraft, Tourismus, Industrie und Ökologie gleichzeitig. Bewässerung wird wichtiger, aber auch politisch umkämpfter. Wer Wasser künftig nutzen will, braucht Planung, Effizienz und Kooperation zwischen Gemeinden, Landwirtschaft, Energieproduktion und Bevölkerung.
Was der Kanton heute bereits investiert
Rund 250 Millionen Franken pro Jahr sind die bestehenden kantonalen Ausgaben, die heute zur Reduktion von Treibhausgasen oder zur Anpassung an den Klimawandel beigetragen werden. Dazu gehören Massnahmen in den Bereichen Naturgefahren, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Mobilität, Raumplanung, Gebäude, Energie, Wald, Biodiversität, Böden und Gesundheit.
Der ursprüngliche Klimaplan sah zusätzlich rund 70 Millionen Franken pro Jahr für 2024 bis 2026 vor. Diese Mittel sollten bestehende Massnahmen verstärken und neue Projekte ermöglichen. Nach dem Nein zum kantonalen Klimagesetz im November 2024 wurde dieser Weg politisch verbaut. Das Gesetz hätte zudem eine Klimareserve von ursprünglich 100 Millionen Franken geschaffen.
Die neue Klimarisikostrategie orientiert sich deshalb neu und vorsichtiger. Ab 2027 sollen 0,5 Prozent des staatlichen Gesamtbudgets für Prävention und Antizipation eingesetzt werden. Bei einem Staatsbudget von rund 4,77 Milliarden Franken entspricht das knapp 24 Millionen Franken pro Jahr. Diese Hülle kommt zusätzlich zu den bestehenden rund 250 Millionen Franken, ersetzt diese aber nicht.
Warum 24 Millionen nicht reichen
Die zusätzlichen 24 Millionen Franken sind wichtig und richtig. Sie können helfen, Projekte in Gemeinden, Naturgefahrenprävention, Wasserbewirtschaftung, Gesundheit, Landwirtschaft, Gebäuden, Raumplanung und Mobilität zu beschleunigen. Aber sie schaffen keinen echten finanziellen Puffer für Grossereignisse.
Das ist der entscheidende Unterschied. Anpassungsmassnahmen sind notwendig, aber sie ersetzen keine Reserve für Katastrophenfolgen. Wenn ein Bergsturz, ein Hochwasser oder mehrere Unwetter in kurzer Zeit auftreten, braucht es schnell verfügbare Mittel für Soforthilfe, Wiederaufbau, Infrastrukturen und Unterstützung der Bevölkerung.
Das ordentliche Budget genügt nicht als Antwort
Politisch wird oft argumentiert, das ordentliche Budget reiche aus. Diese Aussage ist jedoch falsch. Das Walliser Budget 2026 ist zwar formal ausgeglichen, steht aber bereits unter Druck. Bereits heute Fonds- und Reservemechanismen angezapft und genutzt, um das finanzielle Gleichgewicht und so eine ausgeglichene Jahresrechnung jeweils sicherzustellen.
Hohe Investitionen, Gesundheitskosten, Bildung, Mobilität, Energie, Naturgefahren und soziale Aufgaben konkurrieren um dieselben Mittel. Jeder Franken kann nur einmal ausgegeben werden. Wenn Katastrophenfolgen über das ordentliche Budget finanziert werden müssen, verdrängen sie andere Aufgaben. Dann werden Projekte verschoben, Reserven beansprucht oder mittelfristig Gebühren, Abgaben, Versicherungsprämien oder Steuern stärker diskutiert.
Warum ein Klimafonds sinnvoll bleibt
Ein Klimafonds wäre kein Luxus, sondern ein Instrument der Finanzdisziplin. Er müsste klar abgegrenzt, transparent geführt und zweckgebunden sein wie beispielsweise für Prävention, Antizipation und die rasche Unterstützung nach ausserordentlichen Naturereignissen.
Ein solcher Fonds müsste nicht zwingend über allgemeine Steuererhöhungen finanziert werden. Möglich wären Effizienzgewinne in der Verwaltung, Umschichtungen bestehender Ausgaben, verursachergerechte Beiträge, Nutzniesserfinanzierung, gezielte Abgaben, Bundesmittel und Partnerschaften mit Gemeinden, Versicherungen und Wirtschaft. Entscheidend ist, dass der Kanton nicht erst nach jedem Ereignis improvisiert.
Die GLP Wallis setzt sich deshalb für pragmatische Zukunftslösungen ein wie effiziente staatliche Strukturen, klare Prioritäten, verursachergerechte Querfinanzierungen und einen nachhaltigen Klimafonds. Nicht aus Ideologie, sondern aus Verantwortung gegenüber Bevölkerung, Gemeinden, Wirtschaft und kommenden Generationen.
Die GLP Wallis
